«Warum ziehe ich immer solche Erlebnisse bzw. Menschen an?» Das war eine Frage, die ich kürzlich hörte, und sie hat mich sehr beschäftigt.

Denn meiner Meinung nach machen sich viele Menschen viel zu viele verkrampfte Gedanken darüber wie sie denken oder wie sie glauben, denken zu müssen. Vor allem, seitdem das «Gesetz der Anziehung» solch eine Bekanntheit genießt. Ich glaube schon, dass wir einen Gestaltungsspielraum haben. Dieser besteht aber in der Hauptsache darin, wie wir dem Leben begegnen, denn das Leben selbst begegnet uns nun mal in seiner ureigensten und großzügigsten Form; und zwar mit allem, was es zu bieten hat.

Doch ich will nicht vorgreifen. Heute Morgen formte sich nämlich dazu eine Geschichte in meinem kreativen Köpfchen, die sich um die folgende Frage dreht: «Was wäre, wenn wir das Leben selbst fragen könnten, warum es uns manche Ereignisse widerfahren lässt?»

Hier kommt meine Geschichte dazu:

„Warum ziehe ich immer wieder solche Erlebnisse an, Leben?“, fragte das Ich.

„Was meinst du mit «solche Erlebnisse»?“, fragte das Leben.

“Na ja, Erlebnisse eben, die mir nicht gefallen. Solche, die mir keinen Spaß machen, mich nicht bestärken und mir keine Freude bereiten.“, antwortete das Ich.

„Was tun sie denn stattdessen, weshalb du «solche Erlebnisse» nicht erleben willst?“, fragte das Leben das Ich.

„Sie geben mir ein schlechtes Gefühl.“, entgegnete das Ich, „Sie lassen mich zweifeln an dem Weg, den ich eingeschlagen habe und verunsichern mich.“

„Ah, ich verstehe. Aber sag mir, wie gehst du denn dann mit «solchen Erlebnissen» um, wenn sie dir widerfahren?“, wollte das Leben vom Ich wissen.

„Hm, das ist ganz unterschiedlich, Leben. Manchmal mache ich einfach weiter. Manchmal gebe ich den schlechten Gefühlen nach und brauche eine gewisse Zeit, um mich wieder aufzurichten. Und wieder ein anderes Mal machen sie mich wütend und diese Wut verleiht mir dann den Antrieb, direkt weiterzumachen oder mir neue Möglichkeiten zu überlegen.“, sagte das Ich.

„Das ist eine ganz schöne Bandbreite an Möglichkeiten, die du da nutzen kannst, und das nur wegen «solcher Erlebnisse». Wie wäre es denn, wenn dir «solche Erlebnisse» gar nicht widerfahren würden?“, fragte das Leben.

„Das ist eine interessante Frage, die du mir das stellst, Leben. Es fällt mir schwer, dir das so spontan zu beantworten. Aber ich will es versuchen:

Wenn mir «solche Erlebnisse» nicht begegnen würden, dann würde ich mich immer so fühlen, als wäre ich auf dem richtigen Weg. Wobei, jetzt wo ich so darüber nachdenke, bin ich mir gar nicht sicher, dass ich dann wüsste, welches der richtige Weg wäre und welches nicht. Dann wäre irgendwie jeder Weg der richtige, glaube ich.“, erzählte das Ich.

„Das ist interessant,“ antwortete das Leben. „Sind dir denn bisher auf jedem deiner Wege «solche Ereignisse» widerfahren?“

„Jetzt, wo du fragst, fällt mir auf, dass sie mir schon immer widerfahren sind. Manches Mal habe ich ihnen mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung geschenkt als andere Male.“, sagte das Ich ganz überrascht.

„Das klingt spannend, was du mir hier berichtest,“ sagte das Leben. „Das würde dann ja bedeuten, dass du auch jetzt und auch trotz «solcher Ereignisse» nie sagen könntest, ob du auch dem richtigen Weg bist oder nicht; und sich diese Frage so zu sagen gar nicht stellen würde, oder?“

„Ja, du hast recht. Als ich noch jünger war und mir noch nicht so viele Gedanken über jedes einzelne Ereignis gemacht habe, gab es mit Sicherheit auch schon «solche Ereignisse», doch sie waren einfach nicht so wichtig für mich.“, überlegte das Ich weiter.

„Schau, das ist wirklich ein sehr interessanter Punkt, den du mir da berichtest“, entgegnete das Leben. „Und soll ich dir etwas sagen? Ich selbst mache da keine Unterschiede. Ich will dir erzählen, wie ich das sehe:

Du hast hier bei mir ein Meer an Möglichkeiten; mehr, als du je zählen kannst und auch mehr, als du jemals erleben kannst. Doch ich biete sie dir alle an.

Ich mache keinen Unterschied zwischen «solchen Ereignissen» und Ereignissen. Denn wenn ich das täte, müsste ich das für alle Ichs hier einzeln machen, denn jedes Ich hier hat eine andere Denkweise. Jedes Ich ist anders geprägt und hat sein eigenes Bewertungssystem.

Ich, als das Leben, stelle dir einfach nur die Bandbreite all dessen, was möglich ist zur Verfügung und du darfst alles davon erleben.

Es gibt so viele Möglichkeiten wie Farben und Farbnuancen oder Töne und Zwischentöne. Ich stelle sie dir zur Verfügung mit dem tiefen Vertrauen, dass du alles davon meistern und für dich nutzen kannst. Ich liebe dich ebenso wie jedes andere Ich. Ich habe dich gewollt und mache keine Unterschiede, alles und auch alle Ichs sind gleich aus meiner Sicht.

„Beantwortet das deine Frage?“, fragte das Leben abschließend.

„Welche Frage?“, entgegnete das Ich.

„Gut“, sagte das Leben, dann geh und mache weiterhin deine Erfahrungen und komme zurück zu mir, wenn du Fragen hast.“

Und wie ist es mit dir? Welche Fragen hast du noch an das Leben? Und was glaubst du, wäre seine Antwort?

Ich wünsche dir einen zauberhaften Tag und viel Freude dabei, all die Möglichkeiten des Lebens zu erfahren!

Herzliche Grüße und bis bald,
deine Carina