Lange Jahre habe ich mir Ziele gesetzt. Habe sie setzen müssen, da es von Berufswegen so vorgegeben war. Zielvereinbarungsgespräche, nannte sich das früher. Was für ein Wort!

Daran wurde ich dann gemessen. War ich gut, sehr gut oder überdurchschnittlich gut.

Für mich war es ein Graus! Ich habe mich regelmäßig schlecht gefühlt. Sogar, wenn ich meine Ziele übererfüllt hatte, hielt die Freude darüber nicht lange an. Denn die nächsten Ziele kamen und sie vielen noch höher aus, als die vorhergehenden. War ja klar!

Als ich dann in die Selbstständigkeit startete, hatte ich zwar keine besagten Gespräche mehr, aber ich setzte mir dennoch Ziele. Schließlich wollte ich ja vorankommen.

Doch ich erreichte meine Ziele häufig nicht, zumindest nicht so überdurchschnittlich wie früher. Eher das Gegenteil war der Fall.

Ich war so auf Zinne, was Ziele im Allgemeinen anging, dass ich anstatt sie erreichen zu wollen mich innerlich so sehr gegen sie gewehrt habe, dass ich auch alles, was zu ihrer Erreichung geführt hätte, mehr oder weniger boykottierte.

Kennst du das auch? Bitte sag ja! ;o)

Irgendwann, nach einer gefühlt endlosen Leidensphase, was diese doofen Ziele anging, erinnerte ich mich an zwei Sätze.

Diese Sätze stammen von meiner Qigonglehrerin und sie hatte sie während meiner Ausbildungen ständig gesagt. Wahrscheinlich, weil es sich dabei um eines der Grundprinzipien aus dem Qigong und der Energielehre an sich handelt.

Der erste Satz lautet: „Der Weg ist das Ziel“.

Du hast diesen Satz sicher schon tausend Mal gehört und ihn auf diversen Kalendern gelesen. Vielleicht findest du ihn auch zum Einschlafen, ausgelutscht und langweilig. Aber lass mich dir noch ein bisschen was aus Energiesicht dazu sagen. Und nebenbei bemerkt, die große Überraschung ist der zweite Satz.

Wie du vielleicht weißt, bewegt sich Energie immer fließend fort, so wie Strom zum Beispiel oder auch Wasser, wenn es sich nicht gerade um einen Springbrunnen handelt. ;o)

Bei den Qigongübungen gehen wir ebenfalls immer einen Weg durch den Körper oder von außen nach innen oder umgekehrt. Wir fangen beispielsweise in der Erde an, gehen heraus über den Horizont hinweg nach oben zum Himmel und über den Kopf in den Körper. Und hier durch den ganzen Körper wieder bis nach unten in die Erde.

Das Ziel bei den Übungen ist es, mal verbrauchte Energie loszulassen und frische Energie aufzunehmen oder ganz im innen zu bleiben. Und natürlich gibt es auf dem Weg mehrere Zwischenziele, nämlich außen ankommen und dann wieder nach innen zu gehen.

Was jedoch nicht funktioniert ist springen. Also von innen nach außen oder von außen nach innen, ohne dabei den ganzen Weg zu gehen. Denn ansonsten verlieren wir unsere Energie. So, als würdest du ein Stromkabel durchschneiden. Es braucht die ganze Leitung von der Steckdose bis zum Endgerät, damit der Strom fließt.

So verhält es sich auch mit dem Qi, unserer Lebensenergie, mit der wir im Qigong ja arbeiten.

Der zweite und für mich entscheidende Satz lautet: „Das Ziel ist immer nur eine Richtung“.

Es geht nicht ums Ankommen. Du erinnerst dich an das, was ich zu Beginn geschrieben habe? Diese Geschichte mit nach den Zielen ist vor den Zielen?

Ich bin nie irgendwo angekommen. Kaum war ich da, musste ich schon wieder weiter. Ich bin immer gerannt und gerannt und gerannt. Als wäre ich ein Esel, der einer Karotte hinterherjagt.

Doch als ich mich wieder an diesen zweiten Satz erinnerte und ihn auch auf mein Leben und mein Business anwendete, verstand ich, dass ich mir sehr wohl Ziele setzen kann. Doch heute geht es nicht mehr darum, sie auf Biegen und Brechen zu erreichen. Sondern darum, dass ich durch meine Ziele nun eine Richtung habe in die ich meine Aufmerksamkeit und somit auch meine Energie lenken kann.

Verstehst du, was ich meine?

Für mich macht diese Sichtweise einen riesengroßen Unterschied. Denn Ziele stressen mich nicht mehr. Sie helfen mir lediglich dabei meinen Kompass auszurichten. Bemerke ich auf dem Weg, dass sich mein Ziel verändert hat, kann ich einfach nur meine Richtung anpassen.

Es geht nicht mehr ums Ankommen, sondern um die Schritte, die dazwischen liegen. Ich kann und darf sie genießen, während ich sie gehe. So wie beim Spazieren gehen. Da genießt du ja auch nicht nur das Ankommen, zumindest im besten Falle, sondern hast auf dem ganzen Weg schöne Momente.

Wie geht es dir damit? Setzt du dir Ziele? Und wenn ja, wie gehst du mit ihnen um? Wie fühlen sie sich für dich an?

Ich freue mich, von dir zu lesen, vielleicht gleich hier im Kommentarbereich!

Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit und viel Freude auf deinem Weg!

Herzensgrüße,

deine Carina

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