Vor einigen Jahren haben wir uns einen Sizilien-Urlaub gegönnt. Mit gepackten Koffern und den Tickets in der Tasche ging es los zum Flughafen. Dummerweise hatten wir eine fette Verspätung und kamen mehr oder weniger genervt (der Eine mehr, die Andere weniger ;o)) in Catania an. Die nächste Herausforderung folgte auf dem Fuße denn wir konnten einfach unser Bed & Breakfast nicht finden. Nachdem wir zum zweiten Mal an einem kleinen Ristorante in einer Seitenstraße vorbei kamen, ging ich rein und fragte. Angela, die Inhaberin, lies sich gar nicht auf lange Erklärungen ein. Sie sagte ihrem Mann sie sei gleich wieder da und stieg mit uns ins Auto. Drei Kreuzungen und ein Hoftor später waren wir, dank Angela, auch schon da. Und zurück fahren sollten wir sie nicht, denn das Ristorante war in der Parallelstraße, drei Minuten zu Fuß entfernt. ;o)

Wenn das nicht passiert wäre, dann hätten wir niemals...

War ja klar, dass wir nach dem Einchecken auch sofort in Angela's Ristorante gegangen sind. Wir wurden so liebevoll mit allen Resten und einem leckeren Rotwein verköstigt und waren hin und weg von so viel Gastfreundlichkeit. Und hätten wir uns nicht so total verfahren, hätten wir niemals diese tolle Frau und dieses tolle Ristorante gefunden.

Ich denke mal dass Du ebenfalls solche wunderschönen Geschichten zu erzählen hast. Aber warum habe ich jetzt damit angefangen? Ganz einfach, wie oft gönnst Du Dir denn in Deinem alltäglichen oder beruflichen Leben mal einen dieser Umwege? Klar, Du weißt nie, ob da tatsächlich so eine tolle Geschichte am Ende des Weges auf Dich wartet. Das verstehe ich absolut. Allerdings würdest Du diese tolle Geschichte auch niemals erleben, wenn Du den Weg nicht gehst.

Die Storyline muss passen

Als ich noch in einer Festanstellung war ging es bei beruflichen Entscheidungen immer darum den nächsten jetzt passenden Schritt zu gehen. Jeder neue Job musste im Lebenslauf einen Sinn ergeben, einer bestimmten Storyline folgen, damit ich möglichst alle Gelegenheiten wahrnehmen konnte, die mir meine Karriereleiter zu bieten hatte. Und das war umso wichtiger, denn mein Lebenslauf hatte bereits einen Knick. Zwischen meiner Ausbildung zur Bankkauffrau und meinem Studium der Betriebswirtschaft hatte ich mich tatsächlich mal vier Semester in die Physik "verirrt". Für diesen Schritt musste ich mich in jedem Vorstellungsgespräch rechtfertigen. Und ja, ich habe diesen Schritt eine Zeit lang tatsächlich bedauert.

Das Ziel ist nur eine Richtung

In den Jahren danach wollte ich dann auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und habe penibel darauf geachtet, dass alles zusammen passt. Studium, Praktikum, Diplomarbeit, erster Job nach dem Studium, alles hat gepasst. Zumindest auf den ersten Blick. Ich hatte wieder ein gute Position, habe gutes Geld verdient, war viel auf Reisen und habe mich stetig weitergebildet. War ich mit dem Herzen dabei? Ganz klar, nein! Ja, ich wollte erfolgreich sein und ja, ich wollte mich weiterbilden aber mit Dingen und Themen, die mich wirklich interessierten und mir am Herzen lagen. Das Ziel war also klar, nur die Richtung musste ich anpassen.

Mein Weg der Um-Weg

Ich habe noch einmal ganz von vorne angefangen. Und so schwierig dieser Weg auch war und so oft ich mir insgeheim gewünscht habe, ich wäre auch mit weniger zufrieden gewesen, ich bin froh, dass ich über den Tellerrand hinausgeblickt habe und meinem Gefühl gefolgt bin. Das heißt natürlich nicht, dass auch Du alles hinschmeißen sollst und einen völlig anderen Weg einschlagen musst.

Was ich Dir allerdings gerne mit dieser Geschichte mitgeben will ist, dass Du Deine Zukunft, Deine Entscheidungen nicht ausschließlich davon abhängig machen solltest, ob Sie ins Bild passen oder nicht. Ob sie von Deinem Umfeld anerkannt werden oder nicht. Entscheide Dich nicht für einen Schritt aus Angst mit einem anderen Schritt einen Fehler zu machen. Entscheide Dich nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Deinem Gefühl. Vertraue Dir! Versuche nicht ausschließlich einem Idealbild zu entsprechen, sondern lebe und liebe Deine Neugier! Jeder Schritt, den Du gehst ist es wert gegangen zu werden! DU bist es wert!

Und jetzt bist Du dran: hast Du auch schon mal ein tolles Ziel auf Umwegen erreicht? Oder vielleicht stehst Du gerade vor einer Entscheidung und bist unsicher, was Du tun sollst?

Ich freue mich über Deine Erfahrungen und Wünsche! Schreib’ mir einfach eine E-Mail oder hinterlasse ein Kommentar!

Bis bald,

Deine Carina